
Oberflächenbehandlung
Technische Details
Behandlung der Oberfläche von Edelstahl-Rostfrei
Die von uns gelieferten Befestigungsteile werden aus hochwertigen Rostfrei-Stählen gemäß Zulassung für nichtrostende Stähle vom Institut für Bautechnik produziert. Wir können Ihnen jederzeit auf
Anforderung ein Werkszeugnis (Ausführung 3.1 B) zukommen lassen, welches über mechanische Eigenschaften und chemische Zusammensetzung des gelieferten Stahls Auskunft gibt.
In unserer Produktion werden die Teile am Schluss abgebeizt und passiviert, so daß sich die Passivschicht sofort nach der mechanischen Bearbeitung wieder bildet und ein Normalstahlabrieb auf der Oberfläche der Edelstahlteile ausgeschlossen ist.
Sollten sich an der Baustelle trotzdem noch in irgendeiner Form Flecken auf der Oberfläche bilden, so haben diese nichts mit der eigentlichen Beständigkeit und Tragfähigkeit des von uns gelieferten Edelstahls zu tun.
Häufige Ursachen von Flecken bzw. Verfärbungen auf Edelstahl-Rostfrei haben wir einmal nachfolgend aufgeführt.
1. Beim Transport / Abladen:
Beim Abladen nimmt der Fahrer des Spediteurs die Teile aus der Verpackung und zieht diese über die ungeschützte Ladekante, die aus St37 (Normalstahl) besteht. Hierbei wird Normalstahl - auch schon bei einem leichten Druck - auf die Oberfläche des festeren Edelstahls abgegeben.
Was dann bei Lagerung in feuchter Umgebung (z.B. unter freiem Himmel) korrodiert, ist lediglich dieser Abrieb.
Dieses Problem tritt natürlich auch auf, wenn Förder- oder Hebemittel aus Normalstahl direkt an die Edelstahloberfläche stoßen. Z. B., wenn die Teile in eine Krankette eingehängt werden, ohne dass eine schützende Schicht zwischen den Normalstahlketten des Krans und den Edelstahlteilen vorhanden ist.
An den Berührungspunkten entsteht unter Mitwirkung von Feuchtigkeit ein brauner Abriebfleck auf den Edelstahlteilen.
2. Beim Zwischenlagern:
Die ungeschützten Edelstahlteile dürfen nicht direkt nebeneinander, oder schlimmer noch, direkt aufeinander mit Normalstahlteilen gelagert werden.
Bei einem direkten Kontakt gibt es natürlich wieder, den bereits zuvor erwähnten Normalstahlabrieb auf den Edelstahlteilen.
Bei einer Lagerung nebeneinander unter freiem Himmel, wo Wind und Regen wirken, entsteht der sogenannte „Flugrost“, der sich ebenfalls auf den Edelstahlteilen niederschlägt und durch bloßes Abwischen nicht beseitigt werden kann.
Wenn in unmittelbarer Nähe Edelstahl mit Normalstahl zusammen gelagert werden muss, dann bitte nur mit Hilfe einer Plane als schützende Trennung.
Beim Lagern ist auch darauf zu achten, dass keine Arbeiten an normalstahlhaltigen Teilen in der Nähe vorgenommen werden. Z.B. das Schneiden von Normalstahlprofilen mit einer Flex, bei dem die glühenden Funken sehr weit fliegen können, ist eine der häufigen Ursachen für spätere Fleckenbildung auf den Edelstahlteilen.
Besonders problematisch ist bei dieser Verunreinigung, dass sich die Normalstahlteilchen in die Oberfläche des Edelstahls einbrennen.
3. Bei der Montage:
„Die Auflagerwinkel sind bis zur völligen Aushärtung des Mörtels zu unterstützen.“ So lautet unsere Montageanleitung für die Klinkerabfangung.
Die Unterstützung darf aber auf keinen Fall mit einem Normalstahlträger erfolgen! Natürlich entsteht auch hier ein Normalstahlabrieb, der insbesondere bei sichtbaren Abfangungen am Fenster die ganze Optik verdirbt.
Für die Unterstützung daher bitte immer einen Holzbalken nehmen, der zuvor nicht mit Normalstahl in
Berührung kam und auch nicht imprägniert ist. Die Imprägnierung kann den Edelstahl angreifen.
Achten Sie bitte bei der Montage darauf, dass während der Verarbeitungsvorgänge keine Normalstahlgeräte oder Normalstahlspritzer an die Edelstahloberfläche kommen und so ein Abrieb oder Einbrand auf den Edelstahlteilen entsteht.
Selbst ein leichter Hammerschlag mit einem Hammer aus gewöhnlichem Werkzeugstahl oder ein Zangengriff reicht dafür aus.
Verwenden Sie daher zumindest verchromte, besser noch Werkzeuge die nicht aus Normalstahl bestehen.
4. Bei nachträglichen Arbeiten an der Fassade:
Das Absäuern der Klinkerwand - vielerorts üblich mit verdünnter Salzsäure oder einem salzsäurehaltigen Mittel - ist für Edelstahl-Rostfrei sehr problematisch.
Salzsäure ist gegenüber allen metallischen Werkstoffen eine der aggressivsten Chemikalien.
Deshalb sollte dieses Mittel möglichst nicht in Bereichen der Fassade eingesetzt werden, wo es direkt mit Edelstahl in Berührung kommt, oder wo es durch Wind hinfliegen, oder durch Spritzeffekte hingelangen kann!
Wenn ein vollflächiges Absäuern der Fassade unbedingt notwendig ist, so sollten vor Beginn der Maßnahme sämtliche Edelstahlteile mit einer Folie geschützt werden! Falls dann Edelstahlteile trotzdem mit dem Absäuerungsmittel in Berührung gekommen sind, müssen diese sofort mit sauberem Wasser und einem Schwamm gründlich gereinigt werden.
Nicht erst später reinigen und die Säure auf den Edelstahlteilen wirken lassen!
Sollten dennoch Säurereste länger auf den Edelstahlteilen gewirkt haben, so sind die dann entstandenen Flecken lediglich eine optische Beeinträchtigung.
Insbesondere bei den sichtbaren Fensterstürzenkönnen Sie dann die Braunfärbungen mit einem speziellen Passivierungsmittel entfernen.
Das Passivierungsmittel muss dann ebenfalls nach dem Einwirken wieder durch Abspülen mit sauberem Wasser gründlich entfernt werden. Nachfolgend wird das Passivierungsmittel noch näher beschrieben.
Maßnahmen zur Behebung von Flecken durch Abrieb, Flugverunreinigungen, Absäuern oder Kontakt mit impregnierten Hölzern:
Sie können Verunreinigungen die sich auf dem Edelstahl-Rostfrei niedergeschlagen haben, auch wenn es nur Flugverunreinigungen sind, nicht einfach nur durch Abreiben mit einem Tuch entfernen.
Die kleinen Teilchen haben sich in die Poren der Metalloberfläche eingelagert oder werden erst durch das Reiben oder Bürsten in die Oberfläche eingerieben.
Selbst bei den glatt aussehenden, kaltgewalzten Blechoberflächen gibt es diese Poren, so dass bei Normalstahlverunreinigungen immer wieder eine Braunfärbung nach Abwischen oder Abbürsten entsteht.
Für die Beseitigung ist ein Passivierungsmittel erforderlich, das eine leichte Salpetersäure enthält. Salpetersäure ist eine oxydierende Säure.
Aus diesem Grund beschleunigt Salpetersäure die Bildung der Passivschicht auf der Oberfläche des nichtrostenden Stahls.
Neben der Reinigung der Oberfläche von unerwünschten Normalstahl- und Schmutzrückständen fördert die entsprechende Zusammensetzung mit der Salpetersäure die Beständigkeit des Edelstahls, ohne dass die Oberfläche angegriffen wird.
Nach einer entsprechenden Einwirkzeit muss das Passivierungsmittel gründlich durch Abspülen mit sauberem Wasser wieder entfernt werden.
Grobe Verunreinigungen können natürlich zuvor mit einer Edelstahl- Drahtbürste oder einer Edelstahl-Beizpaste entfernt werden.
Die Edelstahl-Beizpaste wird dabei mit einem Pinsel aufgetragen und muss hinterher mit sauberem Wasser wieder abgespült werden.
Die Beizpaste ist sehr aggressiv und darf nur mit entsprechender Schutzkleidung, wie z. B. Schutzhandschuhe, Schürzen und Schutzbrillen angewandt werden um Verätzungen am Körper zu vermeiden.
Oberflächenbeschädigungen an den Edelstahlteilen können Sie mit speziellen Schrupp- oder Lamellenschleifscheiben für Ihre Bohrmaschine beseitigen.
Hierbei muss nur bedacht werden, dass man die Oberfläche des Edelstahlteils beschädigt und dass die schützende Passivschicht sich erst nach mehreren Tagen wieder von selbst bildet.
Man kann natürlich auch hier den Passivierungsvorgang mit Hilfe von dem bereits genannten Passivierungsmittel wesentlich beschleunigen.
| Mittel zur Oberflächenbearbeitung und Schutzkleidung
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Art. Nr. 140414 |

