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Technische Vorschriften Dehnfugenanordnung

Technische Details

Nach DIN 1053 Teil 1 sollen in der Verblendschale Dehnfugen angeordnet werden. Dehnfugen dienen dem Ausgleich von Verformungsdifferenzen zwischen Außenschale und Hintermauerwerk.
Diese entstehen hauptsächlich durch Temperaturbewegungen der Außenschale (Sommer/Winter) sowie durch Kriechen und Schwinden des tragenden Hintermauerwerks.
Beispielberechnungen (1) ergaben bei 12 m Aufmauerungshöhe Verformungsdifferenzen von
ca. 4 - 7 mm.
Eine exakte Berechnung zulässiger Dehnfugenabstände (rissfreie Wandlänge) ist schwierig auf Grund der Vielzahl von Einflussfaktoren wie Farbe, Festigkeit und Mörtelhaftung des Verblendsteines, Intensität der zu erwartenden Sonneneinstrahlung u.a.
Die nachfolgenden Richtwerte (1) beruhen auf Berechnungen, Untersuchungen sowie empirischen Ergebnissen und sollen dem Anwender als Orientierung dienen.

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Tabellen anzeigen

Empfohlene Dehnfugenabstände

LR in der Außenschale zweischaliger Außenwände (*):

Wandaufbau

Dehnfugenabstand LR (m) bei:

Ziegelmauerwerk 1)

KS-Mauerwerk 1)

Zweischaliges Verblendmauerwerk mit Luftschicht

10,00 - 12,00

6,00 - 8,00

Zweischaliges Mauerwerkmit Luftschicht u. Wärmedämmung

10,00 - 12,00

6,00 - 8,00

Zweischaliges Verblendmauerwerk mit Kerndämmung

10,00 - 12,00

5,00 - 6,00

Zweischaliges Verblendmauerwerk mit Putzschicht

10,00 - 12,00

-

1) bei stark besonnten Flächen, dunklen Steinoberflächen und/oder bei Verblendschalen mit geringer Masse sind die geringeren Abstände zu wählen.

Irrtümer und technische Änderung vorbehalten.

Problemschwerpunkte
Kommt es in einzelnen Fassadenpunkten zur Konzentration von Zwängungen, so können sich leicht Risse einstellen.
In diesem Zusammenhang sollte man besonders achten auf:

• Brüstungsflächen über Abfangkonstruktionen
• Höhensprünge von Verblendauflagern
• Verbindung über Balkonplatten und Vordächern
• Anschlüsse von Türen und Fenstern

Nicht immer lässt sich bei der Fassadenplanung die „reine Lehre“ durchsetzen. Beraten Sie sich deshalb im Zweifelsfall mit unseren erfahrenen Fachingenieuren.
Neben dem Anlegen von Dehnfugen kann die Rissgefahr auch durch Zulage von Mauerbewehrungsbändern gemindert werden (z.B. MOSO-Lochband).

Mindestbreiten von Dehnfugen
Die Mindestfugenbreite richtet sich zum einen nach den zu erwartenden Verformungen und zum anderen nach dem elastischen Ausgleichsvermögen des Fugenmaterials.
Es werden empfohlen:

für Vertikalfuge:
15 - 20 mm (bei Verwendung von elastischer Dichtmasse)

für Horizontal:
15 - 30 mm (im Allgemeinen);
20 - 30 mm (bei 12 m Schalenhöhe und bei bindemittelgebundenem Hintermauerwerk).

Stichworte / Verwandte Begriffe: Dehnfugenanordnung, DIN 1053, Teil 1, Aufmauerungshöhe, zweischaliges Verblendmauerwerk, Luftschicht, Wärmedämmung, Ziegelmauerwerk, Kalksandsteinmauerwerk, KS-Mauerwerk, Hintermauerwerk, Fassadenplanung, Mindestfugenbreite